Helm-azurjungfer und Grosse Moosjungfer

 

Die Helm-Azurjungfer und die Grosse Moosjungfer wurden im Thurgau seit Jahrzehnten nicht mehr nachgewiesen. Am 2. Juni 2012 entdeckte ich beide Libellen innerhalb weniger Minuten im Seebachtal beim Hüttwilersee. Zuerst die Grosse Moosjungfer in einem Biotop mit freier Wasserfläche und zehn Meter entfernt die Helm-Azurjungfer in einem Bachlauf.



 Grosse Moosjungfer     Leucorrhinia pectoralis

 

Männchen


Weibchen


Eiablage in offenes Gewässer



Körperlänge circa 4,5 cm, Flügelspannweite circa 6 cm. Die Grosse Moosjungfer bevorzugt moorige oder anmoorige Gewässer wie Weiher und Teiche. Hier bevorzugt sie fischfreie, strukturreiche und kleinere Gewässer, welche windgeschützt und teils besonnt sind. Vegetationsfreie oder stark verwachsene Weiher meiden sie. Die Larve benötigt zwei bis drei Jahre für die Entwicklung zur Libelle. Im Seebachtal wurde die Libellenart letztmals 1886 beobachtet, im Thurgau 1974. Am 2. Juni 2012 entdeckte ich die erste Moosjungfer - ein älteres Männchen. Fünf Tage später beobachtete ich ein junges Männchen auf einer Wasserpflanze sowie ein Weibchen bei der Eiablage in offenes Gewässer.



Helm-Azurjungfer     Coenagrion mercuriale


Männchen


Tandem im Flug


Eiablage im Tandem, Weibchen unter Wasser



Körperlänge circa 3 cm, Flügelspannweite circa 3,5 cm. Die Helm-Azurjungfer lebt in schmalen und gut besonnten Wiesengräben und Quellbächen, mit ganz jährigem Fliess-wasser. Hier bevorzugt sie kalkhaltiges Wasser mit leichter Strömung und offene Wasser-flächen. Im Winter ist Eisfreiheit erforderlich, um die Überlebenschance für die Libellen-larven am Grund der Gewässer zu gewährleisten. In der Schweiz benötigt die Larve meistens zwei Jahre für die Entwicklung zur Libelle. In sehr warmen Jahren können sich die Insekten auch in einem Jahr entwickeln. Vor meiner Wiederentdeckung am 2. Juni 2012 wurde die Art im Seebachtal letztmals 1886 beobachtet, im Thurgau 1986.


Verbreitungskarte C. mercuriale